10.03.2010
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Di 09.02., 20.00 Uhr

irgendwie komisch: matthias keidtel

Foto: Doris Poklekowski Foto: Doris Poklekowski

Holm zum Dritten: Matthias Keidtel präsentiert seinen Roman „Geht doch!”

„Holm bewegte sich nicht. Man bewegte sich besser gar nicht, um alles nicht noch schlimmer zu machen. Nichts tun, dachte er, damit sie später nicht behaupten kann, ich habe sie unsittlich berührt.”

Trilogien enden gewöhnlich mit dem dritten Band. So auch hier. Der 1967 in Itzehoe geborene, heute in Berlin lebende und gerne Zigarren rauchende Matthias Keidtel wollte in dieser Hinsicht keine Revolution anzetteln und beschließt mit „Geht doch!” (Manhattan) folgerichtig seine Romantrilogie um den unglückseligen Helden Felix Holm. Jenem Holm war 2006 im Roman „Ein Mann wie Holm” Leben eingehaucht worden. Damals schlüpfte der Reinhard-Mey-Liebhaber Holm bei einer Tante unter, hatte schwerste Bewährungsproben in der ihm fremden Supermarktwelt zu bestehen und schließlich die – natürlich ins Unglück führende – Bekanntschaft mit Ulrike, einer leibhaftigen Frau, gemacht. Die Fortsetzung „Das Leben geht weiter” knüpfte an dieses Debakel an und ließ den Enddreißiger Holm in sein Berliner Elternhaus nach Alt-Rudow zurückkehren, von wo aus er abenteuerliche Expeditionen in die deutsche Hauptstadt unternahm, mit und ohne Roberto-Blanco-Maske.

Komischer hat sich ein bundesdeutscher Gesellschaftsroman selten gelesen, ohne übertriebene Bedeutungshuberei und mit liebevoll groteskem Blick für das, was der hundsgewöhnliche Alltag am Anfang des 21. Jahrhunderts an Abenteuern zu bieten hat. Doch wird das mit dem tapferen Loser Holm ewig so weitergehen? Auch im Abschlussband „Geht doch!”, dessen Titel schon von erstaunlichem Optimismus geprägt ist? Am Anfang scheint alles beim Alten zu bleiben, als Holm Klaus Wowereits Nähe sucht und sich aufmacht, das 100-jährige Bestehen des KaDeWe mitzufeiern. Kaum ist er dort angekommen, zeigt sich die Geschichte von ihrer katastrophalen Seite – und Felix Holm steht mittendrin. Doch wer weiß – vielleicht wächst im Unglück ein Hoffnungskeim, denn alsbald nähert sich Holm einer Dame und findet sogar einen Job im Institut „Unterhaltung im Alter e. V.”, fraglos einem prosperierenden Gewerbe. Felix Holm zum Dritten – ein Roman, der Trost spendet? Keine Ahnung, aber einer, der auf jeden Fall irgendwie komisch ist.

Karten ab 20. Januar in der Buchhandlung Samtleben und allen bekannten Vorverkaufsstellen

Medienpartner NDR Info & NDR Kultur

Di 09.02. 20.00 Uhr, 8,-/6,-/4,-
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