„Il faut cultiver notre jardin. / Wir müssen unseren Garten bestellen.” Voltaire
„Ohne Gärten wäre die Geschichte eine Wüste. Ein von der Geschichte losgelöster Garten wäre überflüssig.” Robert Harrison
„Also der Frühling ist da. Zeit die Bücher wegzulegen, das Träumen einzustellen und die Arbeit aufzunehmen. Klopfen wir uns die Schwermut aus den Kleidern.” Jakob Augstein
Aus dem Paradies seien wir gar nicht vertrieben worden, sondern aus ihm fortgelaufen, weil es da zu langweilig war, meint Robert Harrison. Das Ziel war der Garten. Ein Ort der Erfahrungen, der Schönheit, der Unvollkommenheit, der Kultivierungen und auch der Arbeit. Keine Erlösung. Nicht Himmel auf Erden, sondern „Erde auf Erden!” (Odo Marquard). Nach manchen nur theoretisch gärtnernden Philosophen wie Harrison und Marquard nun ein schreibender und durchaus philosophischer Gärtner: Jakob Augstein. Gärtner ist er nur im Nebenberuf. Hauptsächlich ist er Journalist und Verleger des „Freitag”. Aber eigentlich geht es nicht um die Profession, sondern um eine Haltung. Augstein hat über sich und seinen Garten ein Buch geschrieben „Die Tage des Gärtners – Vom Glück, im Freien zu sein” (Hanser). Der Garten ist Materie: Erde, Pflanzen und eben Arbeit. Der Garten ist aber auch eine Idee vom guten Leben, davon tätig zu sein. Der Garten ist Praxis.
Wird der Garten heute auch eine politische und soziale Metapher? Zum Beispiel „Urban Gardening”. In Detroit, der ehemaligen Hauptstadt des Industrialismus gibt es inzwischen 1500 kommunale Gärten. 20 Prozent der Nahrungsmittel sollen da bald geerntet werden. 4700 Arbeitsplätze wachsen mit. In ehemaligen Fabriken werden Pflanzbeete und Aquakulturen im Wasserkreislauf verbunden: Bakterien bauen das Ammonium, das die Fische ausscheiden, in Nitrat für die Pflanzen um. „Es ist mit dem Garten wie mit vielen anderen Dingen im Leben: Wenn man keine Ahnung hat, denkt man, es ist leicht. Wenn man ein bisschen Ahnung hat, fürchtet man, es ist nicht zu bewältigen. Und wenn man ein bisschen mehr Ahnung hat, sieht man: Es geht schon.” Jakob Augstein
Karten ab 20. März in der Buchhandlung Samtleben und allen bekannten Vorverkaufsstellen