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29.07.

Online-Angebote fürs Literaturhaus?

Im Juni haben wir eine Umfrage unter unseren Besucherinnen und Besuchern durchgeführt. Wir wollten unter anderem wissen, wie Sie zu digitalen Kulturangeboten stehen, weil uns Ihre Meinung dazu wichtig ist. 

Nutzen Sie online verfügbare Kulturangebote wie zum Beispiel Lesungen oder Konzerte?

Mehr als die Hälfte von Ihnen nutzt online verfügbare Kulturangebote. Lesungen liegen dabei vorne, gefolgt von Konzerten, Theater und Diskussionen. Aufzeichnungen und Livestreams werden gleichermaßen genutzt, wobei Aufzeichnungen beliebter sind und dementsprechend häufiger konsumiert werden. Im Durchschnitt schauen Sie zweimal pro Woche digitale Angebote. Mehr als ein Drittel der Antwortenden gab jedoch an, Angebote nur einmal in der Woche oder seltener zu nutzen. Diejenigen, die ganz auf digitale Angebote verzichten, begründen es hauptsächlich damit, dass es nicht dasselbe sei wie live.

Und auch diejenigen, die Kulturangebote nutzen, kritisieren, dass das Online-Format nicht mit der Atmosphäre der Live-Veranstaltungen mithalten kann. Das deckt sich mit den Antworten auf die anschließende Frage:

Sind Sie bereit für digitale Angebote »Eintritt« zu bezahlen? 

Ihre Begründungen für »Nein«

  • Es ist zwar total legitim wie auch bei Zeitungen, aber es wird unamüsant und zu teuer, wenn es alle machen.
  • Kostenlose Alternativen
  • Nur in Ausnahmesituationen – lieber Live
  • Der Unterschied zum Live-Erlebnis ist mir zu groß.
  • weil diese stets Werbeangebote umfassen
  • weil es nur ein Ersatz ist für Analoges
  • nein, weil ich nicht am digitalen Zahlungsverkehr teilnehme
  • Ich surfe jetzt schon zu viel im Internet, nicht noch mehr

Ihre Begründungen für »Ja«

  • Auch Künstler verdienen ein Entgelt für ihre Kunst
  • Weil Kultur ihren Preis hat.
  • Weil es schön ist, kulturelle Angebote zu unterstützen und noch ein Stück schöner, das für etwas Konkretes zu tun anstatt als abstrakte Spende
  • weil Zeiten sich nun mal ändern und Kunst/ Kultur-Content genauso bezahlt werden sollte wie ein Theaterbesuch oder ein Museum, Lesung etc pp
  • Eine gute Ergänzung; zeitl. Aspekte (keine Anreise erforderlich)
  • Ob analog oder digital – Leistung bleibt Leistung
  • Kultur ist selten kostendeckend. Ich danke für die Verlagerung der Angebote und werde baldmöglichst auch wieder Möglichkeiten vor Ort nutzen.
  • Der Aufwand der Künstler, der Ausführenden, Gestalter und Einrichter dieser digitalen Ereignisse müssen ja bezahlt werden.
  • Ich würde es als Spende verstehen.
  • Lieber individuell auf Spendenbasis – kein Abo!
  • Weil sie auch einen Wert haben. Trotzdem: Live vor Ort ist besser und attraktiver. Statt Eintritt rufen Anbieter auch zu Spenden auf. Das finde ich gut.
  • Unterstützung von Kulturinstitutionen, Ersatz für analoge Veranstaltungen, freue mich aber auch über kostenlos eingestellte Angebote

Können Sie sich ein digitales Literaturhaus vorstellen?

Auch wollten wir wissen, ob Sie sich ähnliche digitale Angebote auch in Zukunft vom Literaturhaus vorstellen können und welche Formate Sie sich wünschen.

Dabei kam heraus, was sich vorher schon angedeutet hat: Die Veranstaltungen im Literaturhaus sind ihnen live und vor Ort am liebsten. Einige wünschten sich einen Livestream, um an ausgebuchten Veranstaltungen doch zumindest online teilnehmen zu können. Andere wünschten sich eher Gesprächsangebote wie einen Online-Lesekreis.

Wir sehen das ähnlich. Viele unserer aktuellen Formate entfalten nur vor Ort ihre volle Wirkung. Das ist uns wichtig und wird so bleiben. Zugleich ergänzen wir unser Programm mit neuen Angeboten, die sich zum Teil digital abspielen. So haben wir zum Beispiel das Format »Zugabe!« entwickelt, laden zum Literaturquiz auf Instagram ein und konkretisieren unsere Streaming-Pläne. 

Haben Sie vielleicht noch eine Idee oder Anregung – nutzen Sie gern das Kontaktformular auf unserer Website.

Part 1 der Umfrage Was Sie gerade lesen

Part 2 der Umfrage Wie Sie gerade lesen

Part 3 der Umfrage Wer Sie auf unserer Bühne beeindruckt hat

29.07.

Wer Sie auf unserer Bühne beeindruckt hat

Im Juni haben wir eine Umfrage unter unseren Besucherinnen und Besuchern durchgeführt. Wir wollten gerne wissen, wie Sie zu digitalen Kulturangeboten stehen, was Sie gut und was Sie vielleicht auch weniger gelungen fanden. Wir freuen uns, dass Sie unsere Angebote so schätzen und sind begeistert, wie unterschiedlich Ihre Eindrücke sind.

Auch wollten wir wissen, wer Sie zuletzt auf unserer Bühne beeindruckt hat. Bei Ihren Antworten darauf schwelgen wir in Erinnerungen, aber lesen Sie selbst:

  • Lutz Seiler. Die Aussage, dass es für bestimmte Themen im Buch auch ein bestimmtes Alter des Schriftstellers braucht
  • alle interessant
  • Karen Duve, weil sie immer sehr natürlich und authentisch wirkt. Michael Göring war auch toll, weil man ihm die Freude über seinen Roman so anmerkte.
  • Clemens Setz
  • Philipp Hübl. Ich habe ein paar interessante Gedankenanstöße gewonnen, wenn ich auch fand, dass manche Ideen es dem Autor etwas leicht machten.
  • Lutz Seiler
  • Karl Heinz Ott über Hölderlin. Lebendig, begeisternd; Preis Leipziger Buchmesse Lutz Seiler
  • Nora Bossong
  • Viele – es ist immer spannend, die Autorin/den Autor persönlich kennenzulernen. Das kann beeindruckend sein und gelegentlich auch ernüchternd, ist aber immer bereichernd.
  • Rüdiger Safransky
  • Nora Krug
  • Precht
  • Eugen Ruge
  • Iris Wolff
  • Emanuel Maess; Simon Strauss
  • Ich war lange nicht mehr bei Ihnen
  • Rafik Schami ... immer wieder gerne
  • Joachim Meyerhoff
  • es ist zulange her . . . bin gerade erst nach Hamburg gezogen
  • Klaus Modicks Vorstellung seines Buches »Keyserlings Geheimnis« fand ich sehr anregend, habe durch das Buch den Autor Eduard von Keyserling entdeckt (mit Begeisterung)
  • Hans Peter Bremer
  • Saša Stanišić; er gibt so viel, das ist immer mehr als »nur« eine Lesung
  • Marilyn Robinson
  • Alle, denen ich zugehört habe 
  • Isabel Bogdan bei der Lesung von »Laufen«
  • bin nie »beeindruckt«
  • Nora Gomringer
  • Ortheil
  • Nicht zuletzt, aber sehr im Gedächtnis verankert ist der Abend mit Alex Capus.
  • Ulla Hahn
  • Der Hölderlin-Abend mit Karl-Heinz Ott; Mirko Bonné im LIT-Zentrum
  • Gabriel Tallent, Das Buch war mir aber dann zu grausam
  • Denis Scheck – eine unglaublich schlagfertige Bühnenpräsenz im Zusammenspiel mit Professor Moritz.
  • Kirsten Boie Veranstaltung »Lesen«
  • Charly Hübner
  • Hanya Yanagihara – unglaublich eloquente und intelligente Frau, sehr beeindruckende Literatur.
  • Liessmann/Köhlmeier: »Der werfe den ersten Stein«
  • Da er vor einem halben Jahr gestorben ist, dachte ich zuletzt sehr an die Veranstaltung mit Amoz Oz im Magazin-Kino nach (ist schon etliche Jahre her).
  • Ocean Vuong, Auf Erden sind wir kurz grandios, mit der grandiosen Moderation und Übersetzung von Jan Ehlert!!!
  • David Wagner (»Um eines schönen Satzes willen ändere ich schon mal die Wahrheit«)
  • Stefansson, Persönlichkeit!
  • Angela Steidele
  • Alle Autoren, Autorinnen, Übersetzer, Übersetzerinnen bei der letzten Preisverleihung des Hamburger Literaturpreises
  • David Wagner
  • Viele, auf die eine oder andere Art. Nachhaltig: Peter Stamm, weil er von sich selbst überrascht war. Auch Mareike Krügel, weil sie so frisch und natürlich wirkte.
  • Brosda – Moritz
  • Norbert Gstrein wegen seiner Bescheidenheit
  • Ortheil. Er spricht so wie er schreibt. Ich habe alle Werke von ihm.
  • Maren Kames
  • Poetry Slammerin: Nora Gomringer
  • K.-H. Ott »Hölderlin« (Horizonterweiterung). E. Ruge »Metropol« (eigene Erlebnisse)
  • Ocean Vuong. Authentizität, jugendliche Reife
  • Andrzej Stasiuk (ist schon Jahre her)
  • Haratischwili

Part 1 der Umfrage – Was Sie gerade lesen

Part 2 der Umfrage – Wie Sie gerade lesen

27.07.

Rainer Moritz über Georges Simenon – Reise in den Südwesten Frankreichs

Für diese Denkwoche vom 16. bis 22. August 2020 sind kurzfristig Plätze freigeworden

»Was ich lese? Den ganzen Simenon. Und wenn ich damit fertig bin, fange ich wieder von vorne an.« (Claude Chabrol)

Für den Kritiker Georg Hensel besteht kein Zweifel: »Wer im 21. Jahrhundert erfahren will, wie im 20. Jahrhundert gelebt und gefühlt worden ist, muss Simenon lesen.« Und mit dieser Bewunderung steht er wahrlich nicht allein. Denn das Werk des 1903 geborenen und 1989 gestorbenen Simenon findet bis heute immer wieder neue Leserinnen und Leser, darunter Federico Fellini, André Gide, Patricia Highsmith, Daniel Kehlmann und Gabriel García Márquez. Über 200 Romane hat der – rätselhafterweise nicht mit dem Nobelpreis bedachte – Autor geschrieben, darunter 75 mit dem berühmten Kommissar Maigret als Ermittler. Ein kleiner Ausschnitt dieses staunenswerten Kosmos, die vier Romane »Maigret in der Liberty Bar« (1932), »Maigret und die junge Tote« (1954), »Die Fantome des Hutmachers« (1949) und »Das blaue Zimmer« (1964), wird im Mittelpunkt dieser Lesewoche stehen – Rainer Moritz ist der Referent. 

Die Reise wird veranstaltet von ZEIT REISEN in Zusammenarbeit mit dem Château d’Orion, die diese »Denkwochen« anbieten. 

Weitere Informationen auf der Website des Château d’Orion, Buchung über die Website von ZEIT REISEN