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23.10.

Preis für den »Schulhausroman«

Wir freuen uns sehr, dass der »Schulhausroman« mit dem Kinder- und Jugendkulturpreis 2019 der Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel ausgezeichnet wird! 

Die Stiftung vergibt in Kooperation mit der Behörde für Kultur und Medien im November 2019 erstmals den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten »KIJU-Preis«. Mit dem Kinder- und Jugendkulturpreis sollen jedes Jahr drei bereits realisierte Projekte mit jeweils 4.000 Euro für wertvolle und nachhaltige Kultur- und Bildungsprojekte mit Kindern und Jugendlichen gefördert werden. 

Unter dem Motto »Kultur bewegt« wird beim »KIJU-Preis« jedes Jahr ein anderes kulturelles Genre im Mittelpunkt stehen. Zum Start heißt es in diesem Jahr – passend zum 100. Geburtstag der Stiftung Hamburger öffentlichen Bücherhallen – »Literatur bewegt«.

Selbst schreiben bewegt! Die grundlegende Idee des »Schulhausromans« ist, dass jeder und jede schreiben kann. Ein Autor oder eine Autorin besucht regelmäßig über mehrere Monate eine Stadtteilschulklasse und unterstützt sie beim Schreiben eines eigenen Romans. Schreiben ist hier ein künstlerischer Akt. Es geht nicht um orthografisch korrekte Höchstleistungen, sondern darum, eine gute Geschichte zu erzählen.

Die geförderten Projekte wurden von einer Fachjury ausgewählt und werden bei einer Festveranstaltung im November 2019 von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, ausgezeichnet:

»Der ›KIJU-Preis‹ ist eine hervorragende Stärkung der so wichtigen Kinder- und Jugendkultur. Die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur eröffnet Kindern und Jugendlichen neue Welten und Perspektiven und fördert unverzichtbare Schlüsselkompetenzen wie Kreativität und Kommunikationsfähigkeit«, so Brosda. 

16.10.

Herbstlektüretipps vom Gemischten Doppel

Annemarie Stoltenberg empfiehlt: 

  • Gianrico Carofiglio: »Drei Uhr morgens«, Übersetzung: Verena von Koskull. Folio, € 20,–
  • Joachim Schnerf: »Wir waren eine gute Erfindung«, Übersetzung: Nicola Denis. Kunstmann, € 18,–
  • Anna Enquist: »Denn es will Abend werden«, Übersetzung: Hanni Ehlers. Luchterhand, € 22,–
  • Delia Owens: »Der Gesang der Flusskrebse«, Übersetzung: Ulrike Wasel/Klaus Timmermann. Hanser, € 22,–
  • Alexander Kielland: »Jakob«, Übersetzung: Gabriele Haefs. Kröner, € 19,90
  • Mario Goldstein: »Abenteuer Grünes Band«. Knesebeck, € 35,–
  • Alhierd Bacharevič: »Berlin, Paris und das Dorf«, Übersetzung: Thomas Weiler/Nina Wünschmann. edition.fotoTAPETA, € 12,50
  • Erik Fosnes Hansen: »Ein Hummerleben«, Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel. Kiepenheuer & Witsch, € 24,–

Rainer Moritz empfiehlt:

  • Jan Peter Bremer: »Der junge Doktorand«. Berlin, € 20,–
  • Sorj Chalandon: »Am Tag davor«, Übersetzung: Brigitte Große. dtv, € 23,–
  • Georges Simenon: »Sonntag«, Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau/Barbara Bauer. Kampa, € 19,90
  • Sally Rooney: »Gespräche mit Freunden«, Übersetzung: Zoë Beck. Luchterhand, € 20,–
  • Professor K. McCoy/Dr. Hardwick: »Das langweiligste Buch der Welt«, Übersetzung: Thorsten Schmidt. Atlantik, € 14,–
  • Christian Seiler: »Alles Gute«. Echtzeit, € 43,–
  • Nora Bossong: »Schutzzone«. Suhrkamp, € 24,–
  • Kathy Page: »All unsere Jahre«, Übersetzung: Beatrice Faßbender. Wagenbach, € 24,–

Stephan Samtleben empfiehlt: 

  • Carys Davies: »West«, Übersetzung: Eva Bonné. Luchterhand, € 20,–

Nächster Termin: Dienstag, 10.12.2019   

01.10.

»Next Book Please« – Neue Folge verfügbar

Im Literaturpodcast von Literaturhaus Hamburg und Hamburger Abendblatt besprechen Rainer Moritz und Thomas Andre vier Neuerscheinungen

Zu Beginn besprechen Moritz und Andre den von sowohl der französischen als auch deutschen Kritik aktuell sehr gepriesenen Roman »Es ist Sarah« der Französin Pauline Delabroy-Allard, übersetzt von Sina de Malafosse. Thomas Andre konstatiert in Hinblick auf den Roman, dass er, wenn es den Begriff der »Amour fou« noch nicht gäbe, für diesen Roman hätte erfunden werden müssen.

Erzählt wird die Geschichte einer Liebe zwischen zwei Frauen. Es erwarten den Leser ein atemloser, höchst rhythmischer Text und Figuren zwischen Verlangen und Verliebtsein. Andre lässt sich sogar zu der Hypothese hinreißen: »Diese unfassbare Unbedingheit gibt es so eigentlich nur in der Literatur«. In ihrer Bewertung des Romans sind Andre und Moritz völlig d’accord.

»Gespräche mit Freunden« der Irin Sally Rooney, in der Übersetzung von Zoë Beck, ist ihr erster auf Deutsch erschienener Roman, der direkt auf Platz fünf der Bestsellerliste landete. »Ein sehr eigentümliches Buch«, findet Andre. »Das ist ein Lebensgefühl-Roman«, meint Moritz. Hören Sie selbst, was Moritz auf die Einlassung Andres, der Roman sei eine »Adoleszenzseifenoper« pariert und warum das Buch der Roman einer Suche ist. Mit einer Bewertung tut sich Andre schwer und gibt nur wenige Punkte, was Moritz für ein »glattes Fehlurteil« hält. 

Obwohl sich Moritz von dem Stoff Alexander Osangs »Die Leben der Elena Silber« fasziniert zeigt, habe er sich mit dem Roman schwer getan, da es ihm seiner Meinung nach an einer »schriftstellerische Sprache« fehle und der Roman stilistisch bescheiden sei. Auch bei diesem Roman weichen Andre und Moritz in ihrer Wertung stark voneinander ab. Im Gegensatz zum vorherigen Roman fällt Andres Urteil in diesem Fall deutlich positiver aus. 

Jan Peter Bremers »Der junge Doktorand« hält Andre für ein wunderbares Buch und eine tolle literarische Komödie. Schon für das dem Roman vorangestellte Motto vergibt der Abendblatt-Redakteur einen Bonuspunkt. Bei der Bewertung dieses eigenwilligen Künstlerromans um einen enttäuschten und verbitterten Autor sind sich Moritz und Andre einig: »Ein großes Lesevergnügen«, findet Rainer Moritz. »Ein literarisches Kleinod«, meint Thomas Andre. 

Hören Sie sich die Folge an!

»Next Book Please« – Folge 7