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14.04.

Frühjahrstipps vom Gemischten Doppel

Der Bücherfrühling wartet mit einer schier unendlichen Anzahl an Neuerscheinungen auf. Weil die Orientierung da nicht immer leicht fällt, helfen die Empfehlungen von kundigen Leseexperten. NDR-Kultur-Journalistin Annemarie Stoltenberg, Literaturhaus-Leiter Rainer Moritz sowie Buchhändler Stephan Samtleben präsentieren in der Reihe »Gemischtes Doppel« ihre Perlen der Frühjahrsprogramme.

Annemarie Stoltenberg empfielt:

  • Heinrich Mann: »Der Untertan«. Reclam, € 36,–
  • Olli Jalonen: »Die Himmelskugel«, Übersetzung: Stefan Moster. Mare, € 26,–
  • Jochen Schmidt: Ich weiß noch, wie King Kong starb«. C. H. Beck, € 22,–
  • Sylvie Schenk: »Roman d’amour«. Hanser, € 18,–
  • Sylvain Tesson: Der Schneeleopard«, Übersetzung: Nicola Denis. Rowohlt, € 20,–
  • Thommie Bayer: »Das Glück meiner Mutter«. Piper, € 22,–
  • Stefan Klein: »Wie wir die Welt verändern. Eine kurze Geschichte des menschlichen Geistes«. S. Fischer, € 21,–
  • Susanne Schmidt: »Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei«. Hanser, € 17,–
  • Bonustitel: Rainer Moritz: »Als wär das Leben so«. Kampa, € 20,–

Rainer Moritz empfiehlt:

  • Robin Robertson: »Wie man langsamer verliert«, Übersetzung: Anne Kristin Mittag. Hanser, € 25,–
  • Tove Ditlevsen: »Kindheit – Jugend – Abhängigkeit«, Übersetzung: Ursel Allenstein. Aufbau, € 54,–
  • Julian Barnes: »Der Mann im roten Rock«, Übersetzung: Gertraude Krueger. Kiepenheuer & Witsch, € 24,–
  • Tessa Hadley: »Hin und zurück« Übersetzung: Brigitte Jakobeit. Kampa, € 22,–
  • Elizabeth Taylor: »Mrs Palfrey in Claremont«, Übersetzung: Bettina Abarbanell. Dörlemann, € 25,–
  • Bernd-M. Beyer: »71/72. Die Saison der Träumer.« Die Werkstatt, € 22,–
  • Florian Werner: »Die Raststätte. Eine Liebeserklärung«. Hanser Berlin, € 22,–
  • Helge Hesse: »Die Welt neu beginnen«. Reclam, € 25,–

Stephan Samtleben empfiehlt:

  • Gabriele von Arnim: »Das Leben ist ein vorübergehender Zustand«. Rowohlt, € 22,–

Titelliste (PDF)

01.04.

Preis der Jungen Literaturhäuser

Seit 20 Jahren schon verleiht das Netzwerk der Literaturhäuser den Preis der Literaturhäuser an eine Autorin, einen Autor, die oder der sich in besonderer Weise um das Gelingen der Literaturveranstaltung verdient gemacht hat.
Erstmals in diesem Jahr wird nun auch ein Preis der Jungen Literaturhäuser verliehen. Es sollen damit Autorinnen und Autoren ausgezeichnet werden, die nicht nur herausragende Bücher für Kinder und Jugendliche geschaffen haben, sondern die in der lebendigen, interaktiven Begegnung mit ihrem Publikum stark sind, die Kinder und Jugendliche mit ihrer Sprache und ihren Auftritten erreichen, die vielleicht schon experimentiert haben mit digitalen Formaten und die durch ihre Lesungen das einlösen, wofür die Literaturhäuser stehen.

»Wer Bücher liebt, weiß, dass alles an ihnen interessant ist. Insbesondere an Kinder- und Jugendbüchern. Sie sind gleich nach den Wiegenliedern das Eintrittstor in eine Welt der Unbestechlichkeit, der ständigen Horizonterweiterung, des Trostes und der Widerständigkeit. Das Erleben von Veranstaltungen mit Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren gehört in jede Bildungsbiografie wie das Seepferdchen oder ein Stadionbesuch. Die Jungen Literaturhäuser aus dem Netzwerk der Literaturhäuser unterstreichen die Bedeutung dieser Kunst mit diesem gewichtigen Preis«, so Hauke Hückstädt, Sprecher des Vorstandes des Netzwerks.

Auch Kinder- und Jugendbuchautorinnen und-autoren kommen, wie so viele andere, seit einem Jahr kaum zu ihrem Publikum, ein Grund mehr, sie mit einem eigenen Preis zu ehren. Das Besondere am Preis der Jungen Literaturhäuser ist, dass das junge Publikum mit entscheidet, wer den Preis bekommt, es ist eingeladen, mit abzustimmen. Grundlage für die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger bilden die Vorschläge aller Jungen Literaturhäuser. Aus dieser Liste wurden drei Autorinnen und Autoren ausgewählt, nämlich Franziska Biermann, Finn-Ole Heinrich und Ferdinand Lutz. Die drei so Nominierten bekamen die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit in Kurzfilmen für Kinder und Jugendliche vorzustellen. Sie sind damit auch eingeladen, sich mit digitalen Alternativen für Lesungsveranstaltungen zu beschäftigen, Brücken zu bauen zwischen der digitalen Welt und der Literatur.

Das Publikum kann auf der Website des Netzwerks der Literaturhäuser abstimmen, am 23. April, dem Welttag des Buches, wird die Gewinnerin oder der Gewinner bekannt gegeben, die Preisverleihung findet im Sommer statt. Die Abstimmung wird begleitet von einer Social Media Kampagne der Jungen Literaturhäuser. Das Preisgeld beträgt € 5.000, dazu kommen die Honorare für die sich an die Preisverleihung im Sommer anschließende Lese-Tour durch die Literaturhäuser.

Alle weiteren Informationen auf www.literaturhaus.net.

 

23.03.

Preis der Literaturhäuser 2021 an Ingo Schulze

Ingo Schulze 2020 im Literaturhaus © Literaturhaus
Ingo Schulze 2020 im Literaturhaus © Literaturhaus

Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den mit € 20.000,– dotierten Preis an den Autor Ingo Schulze. 1962 in Dresden geboren, studierte Ingo Schulze klassische Philologie in Jena und arbeitete zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. 1995 erschien sein erstes Buch »33 Augenblicke des Glücks«, es folgten zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Essays und Reden. Zuletzt erschien sein Roman »Die rechtschaffenen Mörder« (2020), der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Ingo Schulze wurde für sein Werk mit zahlreichen, auch internationalen Preisen geehrt sowie im Oktober 2020 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Engagement als politischer Autor und Künstler ausgezeichnet.

Es ist vor allem die Zeit der DDR, die Wendezeit und Nachwendezeit, die Ingo Schulze literarisch in seinen Büchern bearbeitet. Er beschreibt dabei weder die DDR als idyllisches Nest, noch setzt er das westdeutsche Gegenüber leuchtend in Szene. Seine Literatur ist vielmehr als Einladung zu verstehen, sich auf ein Lesen und Denken zwischen Entwirrung und abermaliger Verwirrung einzulassen, gelegten Fährten zu folgen, Mehrdeutigkeiten zuzulassen und auszuhalten, um am Ende im Zweifelsfall alles noch einmal neu zu befragen – und das lesende Selbst sowieso.

Bei Veranstaltungen mit Ingo Schulze auf der Bühne vermitteln sich diese Lust an der Sprache und am Spiel und seine Liebe zu den Figuren und ihren Verstrickungen unmittelbar. Ingo Schulze zieht in der ihm eigenen Begeisterungsfähigkeit das Publikum schon nach wenigen Minuten in seine literarischen Räume. Er vermittelt seine Gedanken und Überlegungen zur Literatur und den zugrunde liegenden Schreibhaltungen und Erzählmotivationen anschaulich wie charmant – und immer auf den Punkt. In Zeiten affektiver Zuspitzung und Gereiztheit ist Ingo Schulze nicht zuletzt auch durch seine ausgeprägten integrativen Fähigkeiten literarisch wie auch auf der Bühne, im Gespräch, sowie durch seine Erfahrungen und sein gelebtes Leben unser Preisträger 2021!

Der Preis ist verbunden mit einer Lesereise durch die Literaturhäuser des Netzwerks. Die Termine werden noch bekannt gegeben.

Übrigens: Auf der Seite des Literaturhauses Wien können Sie den Livestream zur Preisverleihung an Marlene Streeruwitz ansehen, die 2020 den Preis der Literaturhäuser erhielt.