NEWS

17.06.

Italo-Svevo-Preis 2021 für Jochen Schimmang

Jochen Schimmang erhält den mit 15.000,- Euro dotierten Italo-Svevo-Preis für sein umfangreiches
Lebenswerk.

Sein Debütroman »Schöner Vogel Phönix« von 1979 wurde zu einem Kultbuch, und seither hat
er, bis zu seinem 2019 erschienenen jüngsten Erzählband »Adorno wohnt hier nicht mehr«, in
seinen Romanen, Erzählungen und Essays darüber nachgedacht, was es heißt, Deutscher zu
sein.
In der Erzählstimme, die Jochen Schimmang in seiner Prosa geschaffen hat, drückt sich die
Position des beteiligten Beobachters aus. Es ist eine Position, die der Mitte, der Mehrheit, dem
Frieden, der Heimat und der Normalität ebenso misstraut wie der Vernunft und dem Glauben an
Antworten. Dem 1948 geborenen Autor schien die Nazizeit noch »in die Kindheit hinein«, wie er
es in seinen autobiographischen Streifzügen »Grenzen, Ränder, Niemandsländer« (2015)
formuliert: Das Wissen, aus einem Tätervolk zu kommen, grundiert sein Psychogramm der
wechselnden (vornehmlich west-)deutschen Befindlichkeiten.
Die Romane von Jochen Schimmang speisen sich teilweise aus seiner eigenen Lebenserfahrung.
Sie sind sorgfältig gebaut, doch sie wirken nie konstruiert, denn über Zeitebenen verfügt
der Autor ebenso souverän wie über die Zitate, die in seiner Prosa ganz selbstverständlich
aufscheinen, als Treibgut der kollektiven Erinnerung. Der jeweilige Strom der Zeit spiegelt
sich in den Romanfiguren – oft staunen diese über sich selbst.
Zuletzt erschien von Jochen Schimmang »Mein Ostende« 2020 im Hamburger mareverlag.


Die Laudatio auf Jochen Schimmang hält die Publizistin und Literaturkritikerin Sieglinde Geisel.
Kultursenator Carsten Brosda ist Schirmherr des Preises. Senatorin Frau Dr. Dorothee Stapelfeldt wird mit einem Grußwort der Preisverleihung beiwohnen. 

Die feierliche Preisverleihung wird am 16. September im Literaturhaus Hamburg unter
musikalischer Begleitung von Carolina Melean stattfinden.

 

16.06.

Gesucht ab 1. September 2021: Freiberufliche Projektkoordination »Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern«

Ab 1. September 2021, freiberuflich, ca. 15 Wochenstunden

Kinder und Erwachsene zu ermutigen über Bilderbücher miteinander in einen philosophischen Diskurs zu gehen ist ein Ziel, mit dem Sie sich identifizieren können? Sie sind ein Teamplayer, denken strategisch und handeln lösungsorientiert? Sie arbeiten freiberuflich und haben noch Kapazitäten? Dann könnte diese Ausschreibung Sie interessieren.

Der Literaturhaus Hamburg e.V. sucht ab 1. September 2021 eine freie Mitarbeiterin oder einen freien Mitarbeiter für das Projekt »Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern«. Seit 15 Jahren finden regelmäßig Veranstaltungen mit Grundschulklassen statt, seit 2015 mehrmals im Jahr auch in den benachbarten Bundesländern, bei denen Kinder über das gemeinsame Lesen von Bilderbüchern miteinander über »große« Fragen ins Gespräch zu kommen. Das Projekt fördert Lese- und Sprachkompetenz sowie den Ausbau argumentativer und reflektierender Fähigkeiten. Kooperationspartner ist die Bundeszentrale für politische Bildung. Das »Netzwerk der Literaturhäuser« koordiniert das Programm in anderen Regionen Deutschlands. Nähere Informationen unter gedankenflieger.literaturhaus-hamburg.de.

Aufgabenbereiche

  • Projektplanung, Umsetzung, Steuerung und Entwicklung in Absprache mit dem Literaturhaus
  • Veranstaltungsorganisation (Ansprache und Terminfindung mit Schulen, Erstellen von Honorarverträgen für Referenten, u.ä.)
  • Koordination der jährlichen Magazinerstellung, der Betreuung der Website und der Fundraising Maßnahmen
  •  Organisation und Mitentwicklung von Fortbildungen, auch digital
  • Organisation und Mitentwicklung von Qualifizierungs- und Netzwerkveranstaltungen
  • Budgetkontrolle, Erstellen von Kalkulationen und Abrechnungen
  • Verfassen von Ankündigungstexten, Social Media Posts, Konzepten, Leitfäden und Sachberichten
  • Kommunikation mit Projektbeteiligten, Verlagen, Schulen, Interessenten, Förderern

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Hochschulstudium im Kultur- oder Kommunikationsbereich oder vergleichbare Ausbildung
  • einschlägige Berufserfahrung
  • strukturiertes, zuverlässiges, genaues und eigenverantwortliches Arbeiten
  • Ausgeprägtes Sprachgefühl, sichere Orthographie und die Fähigkeit, zielgruppengerecht zu formulieren
  • Sicherer Umgang mit Microsoft Office (Outlook, Power Point, Excel), CMS-Systemen und Datenbanken
  • Interesse am Bilderbuch und an gesellschaftlichem/kulturellem Diskurs
  • Bereitschaft, sich flexibel und tatkräftig sich in unser facettenreiches Projekt einzubringen

Wir freuen uns auf Ihre Onlinebewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und allen wichtigen Zeugnissen in einer Datei sowie die Angabe Ihrer Honorarvorstellung. Bewerbungsfrist ist der 15. Juli 2021.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Isabell Köster, E-Mail: ikoester@literaturhaus-hamburg.de

11.06.

Preis der Jungen Literaturhäuser 2021 – Franziska Biermann

Der in diesem Jahr erstmalig verliehene Preis der Jungen Literaturhäuser geht an die Autorin und Illustratorin Franziska Biermann. Seit ihrem Debüt mit »Das Glücksbuch« (1998) hat Franziska Biermann unzählige Kinderbücher illustriert und eigene Kinderbücher geschrieben, darunter das in 14 Sprachen übersetzte »Herr Fuchs mag Bücher« (2001) und die Abenteuer von »Jacky Marrone« (2018, 2019, 2020). Zusammen mit ihrem Mann, dem Musiker Nils Kacirek erfand sie eine Liederbuchreihe, in der traditionelle Kinderlieder zeitgemäß bearbeitet werden, u.a. »Am Weihnachtsbaume« (2007), »Herzlichen Glückwunsch, kleines Huhn« (2012) und »Eddi und das unglaubliche Geburtstagsdings« (2017).

Franziska Biermann zeichnet sich durch ihre enorme Vielseitigkeit, mitreißende Energie und große Bühnenpräsenz aus. Sie schreibt, zeichnet, gibt Zeichenkurse auf Youtube, experimentiert mit digitalen Formaten für Veranstaltungen und vor allem liebt sie die Interaktion mit ihrem Publikum. Das, was sie macht, macht sie richtig gern und leidenschaftlich und so springt der Funke zu ihren Leserinnen und Lesern ein ums andere Mal über.

Neben Finn-Ole Heinrich und Ferdinand Lutz war sie für den Preis der Jungen Literaturhäuser nominiert. Alle drei konnten sich und ihre Arbeit in Kurzfilmen vorstellen. Entschieden hat das Publikum, das die Filme auf der Website des Netzwerks der Literaturhäuser anschauen und für seine Kandidatin, seinen Kandidaten abstimmen konnte. Der Preis der Jungen Literaturhäuser ist mit € 5.000 dotiert, dazu kommen die Honorare für eine umfangreiche Lese-Tour durch die Literaturhäuser.

Die Preisverleihung können Sie hier ansehen, die Filme der drei Nominierten, einen Zusammenschnitt der Preisverleihung und alle weiteren Informationen finden Sie auf www.literaturhaus.net.