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14.02.

Schräge Nummern – Titelliste

Carsten Brosda, Präses der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, und Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg haben aufs Neue ihre unerschrockene Liebe zur Country- bzw. Schlagermusik offenbart und ihre aktuelle TOP 10 vorgestellt. Die siebte Folge stand unter einem so verheißungsvollen wie furchteinflößenden Motto: »Schräge Nummern«. 

Carsten Brosda – Country

  • John Prine – Let’s Talk Dirty In Hawaiian
  • The Dead South – In Hell I’ll Be In Good Company
  • Porter Wagoner & Dolly Parton – Is Forever Longer Than Always
  • The Louvin Brothers – The Great Atomic Power
  • Kinky Friedman – Get Your Biscuits In The Oven…
  • Orville Peck – Cowboys Are Frequently Secretly Fond Of Each Other
  • Amanda Shires – Bulletproof
  • Johnny Cash – A Boy Named Sue
  • Loretta Lynn – The Pill
  • Willie Nelson – Roll Me Up And Smoke Me When I’m Gone

Brosdas Ausflug ins Schlagerlager

  • Juliane Werding – Der letzte Kranich vom Angerburger Moor
  • Jürgen von Manger – Bottroper Bier
  • Witthüser & Westrupp – Nimm Doch Einen Joint, Mein Freund

Rainer Moritz – Schlager

  • Bernd Clüver – Der kleine Prinz
  • Margit Sponheimer – Gell, du hast mich gelle gern
  • Vico Torriani – Kalkutta liegt am Ganges
  • Friedel Hensch & Die Cyprys – Das alte Försterhaus
  • Mina – Heißer Sand
  • Drafi Deutscher – Marmor, Stein und Eisen bricht
  • France Gall – Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte
  • Barbara Kist & Camillo Felgen – Deinen Namen, den hab ich vergessen
  • Christian Steiffen – Arbeiter der Liebe
  • Margret Fürer & Die Penny-Pipers – Gammelshake

Moritz' Ausflug ins Countrylager

  • Jill Johnson – Boulder to Birmingham
  • Bruce Springsteen – Rhinestone Cowboy
  • Ralf Poulsen – Bonanza

Titelliste (PDF)

05.02.

Preis der Literaturhäuser 2024 an Fiston Mwanza Mujila

Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den Preis der Literaturhäuser 2024 an den Lyriker und Autor Fiston Mwanza Mujila. Ein Sonderpreis des Netzwerks der Literaturhäuser geht 2024 an die Slawistin und Übersetzerin Claudia Dathe.

Fiston Mwanza Mujila, 1981 in Lubumbahi (Kongo) geboren, lebt und arbeitet seit Jahren in Graz, schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet Literaturen afrikanischer Länder an der Universität Graz. Für seinen 2016 erschienenen Debütroman »Tram 83« erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt. Zuletzt erschien 2022 »Tanz der Teufel«, beide bei Zsolnay in der Übersetzung von Katharina Meyer und Lena Müller.

In seinen Romanen holt Fiston Mwanza Mujila afrikanisches (Großstadt-)Leben in den Text – einmal ist es der legendäre Club »Tram 83«, das andere Mal sind es u.a. Minen, in denen Menschen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten. Es geht um Chaos, Krieg und Diktatur – und das (Über-)Leben der Menschen. Die Texte sind durchzogen von Rhythmus und Musik, und auch seine Bühnenauftritte sind aufsehenerregend: Er liest seine Texte, er lebt sie, schreit, ruft, lamentiert, flüstert oder singt. Zugleich gibt er klug und zugewandt Auskunft über sein Schreiben, sucht das Gespräch und den Austausch – und vermag das Publikum in kurzer Zeit für sich zu gewinnen.

Die Programmleitungen der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren Fiston Mwanza Mujila als Autor, der sich in hohem Maße um den einmaligen Charakter von Literaturveranstaltungen verdient macht. Das Netzwerk der Literaturhäuser gratuliert herzlich zum 23. Preis der Literaturhäuser.

Frühere Preisträger*innen waren Jaroslav Rudiš (2018), Antje Rávik Strubel (2019), Marlene Streeruwitz (2020), Ingo Schulze (2021) und Sasha Marianna Salzmann (2022).

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 22. März 2024 bei einer Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Diesen und die Termine aller Veranstaltungen des Preisträgers in den Literaturhäusern finden Sie auf der Website des Netzwerks der Literaturhäuser. In Hamburg wird er am 29. und 30. Mai bei »Europa 24: Was ist Literatur?« zu erleben sein. 

Sonderpreis des Netzwerks der Literaturhäuser 2024 an Claudia Dathe

Die Slawistin und Übersetzerin Claudia Dathe, geboren 1971, erhält 2024 den Sonderpreis des Netzwerks der Literaturhäuser. Wir möchten sie damit für ihre herausragenden Übersetzungen aus dem Russischen und Ukrainischen, etwa von Serhij Zhadan, Yevgenia Belorusets oder Tanja Maljartschuk ehren, vor allem aber für die ebenso kenntnisreiche wie engagierte Vermittlung der ukrainischen Kultur, insbesondere der Literatur, im gesamten deutschsprachigen Raum. Hauptberuflich koordiniert sie das Forschungsverbundprojekt European Times an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Spätestens seit der Annexion der Krim gehört sie zu den engagiertesten Organisator*innen vielfältiger Veranstaltungen zur ukrainischen Gegenwartsliteratur. Der Preis ist mit € 7.500 Euro dotiert.

30.01.

Europa 24: Was ist Literatur?

Europäische Autor*innen im Dialog – vom 29. bis 30. Mai 2024 im Literaturhaus Hamburg

Vom 29. bis 30. Mai 2024, im Vorfeld der Europawahl 2024, lädt das Literaturhaus Hamburg – mit Förderung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS – zwölf hochkarätige Autor*innen aus verschiedenen Regionen Europas zu einem zweitägigen Workshop und zwei öffentlichen Abendveranstaltungen zur Frage »Was ist Literatur?« ein.

Zugesagt haben: Monica Ali, Zsófia Bán, Aris Fioretos, Arnon Grünberg, Nino Haratischwili, Drago Jančar, Alain Mabanckou, Tanja Maljartschuk, Dorota Masłowska, Francesca Melandri, Fiston Mwanza Mujila und Sasha Marianna Salzmann. Moderiert wird das Programm von Natascha Freundel und Rosie Goldsmith.

1947 veröffentlichte Jean-Paul Sartre seinen berühmt gewordenen Essay »Qu’est-ce que la littérature?/Was ist Literatur?«, der drei grundsätzliche Fragen zu beantworten versucht: »Was ist schreiben?« – »Warum schreiben?« – »Für wen schreibt man?«. Sartres Antworten, die eine Vielzahl von Diskussionen auslösten, stehen in einem sie prägenden (Nachkriegs-)Kontext und haben dennoch, in ein heutiges Umfeld gestellt, nichts von ihrer Aktualität verloren. Europas Gesellschaften haben in den letzten Jahren vielfache Umwäl-zungen und Migration erfahren. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die zunehmenden autokratischen, antidemokratischen Strömungen und Regierungsformen, gegenwärtige Kriege, der Klimawandel stellen – so eine von vielen Autor*innen geteilte Erfahrung – die Arbeit des Schreibens schlechthin und dessen Resonanzmöglichkeiten grundsätzlich zur Debatte. Sartres Fragen sind folglich neu zu stellen. Kurzum: Was ist, kann oder muss Literatur heute?

Am Mittwoch, 29. Mai, und Donnerstag, 30. Mai, treffen sich alle Eingeladenen tagsüber zu Workshops, bei denen auf Basis von vorbereiteten Statements über diese Ausgangsfragen offen diskutiert wird. Die Workshops sind nicht öffentlich. Ausgewählte Journalistinnen und Journalisten erhalten die Möglichkeit, zuhörend an den Workshops teilzunehmen. 
 
An den Abenden des 29. und 30. Mai, jeweils um 19.00 Uhr, gibt es zwei öffentliche, moderierte Veranstaltungen mit jeweils zwei mal drei Autor*innen. Es wird dabei nicht primär um aktuelle Bücher der Teilnehmenden gehen, sondern um politisch-ästhetische Debatten, die sich auch aus den Workshopdiskussionen ergeben werden. Die Abendveranstaltungen werden zudem gestreamt. Details werden spätestens Anfang April kommuniziert, der Vorverkauf beginnt am 15. April

Die Programm- und Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Rainer Moritz, Lena Dircks und Dr. Carolin Löher; Melissa Raddatz ist Projektassistentin. 

Mit freundlicher Unterstützung der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg