10.6.

Ein Flannery-O’Connor-Abend

»Ein guter Mensch ist schwer zu finden« – Manuela Reichart stellt die Autorin vor, Leslie Malton liest ausgewählte Texte

Sie ist eine der großen Südstaatenautorinnen des 20. Jahrhunderts, eine glaubensstarke Katholikin mit irischen Wurzeln, aufgewachsen in einem protestantischen evangelikalen Umfeld. Ihr Werk gehört zweifellos zum literarischen Kanon. Vor 95 Jahren wurde sie geboren. Sie ist jung gestorben, hat ihre Arbeit einer schweren Krankheit abgetrotzt, wurde nur 39 Jahre alt. In ihren Erzählungen und den beiden Romanen geht es um jede Nuance menschlicher Niedertracht. Flannery O’Connor schreibt mit düsterer Ironie und beißendem Sarkasmus von den ordentlichen, gläubigen Menschen ihrer Heimat. Sie werden betrogen und hintergangen, kein gnädiger Gott steht ihnen bei. Eine verstörende und lang nachwirkende Lektüre, bei der man manchmal meint, es sei hier von der Gegenwart die Rede, vom Trump-Amerika, wie wir es aus Nachrichten und Berichten kennen.

In der meisterhaften Geschichte »Ein guter Mensch ist schwer zu finden« (erschienen in »Keiner Menschenseele kann man noch trauen. Storys«, Arche; Übersetzung: Anna Leube und Dietrich Leube) geht es etwa um das Unbegreifliche, um Gewalt und den Tod. Wenn man nur eine amerikanische Short Story im Leben lesen wollte, dann müsste es diese sein.

Joan Didion hat über sie gesagt, sie sei tatsächlich eine Schriftstellerin und »nicht nur jemand, die ein Buch schreibt«. Auf die Frage, warum sie schreibe, hat sie selber geantwortet: »Weil ich es so gut kann.«

Kulturpartner NDR Kultur

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Informationen
Datum
Mittwoch, 10.6.2020
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 14,–  /  10,–
Ort
Literaturhaus

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Eintritt:
14,–/10,–
Ort:
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